Eine fotografische Serie zum
Stromausfall in Berlin
- Fotograf: Sascha
- Text: helly Hill
- Ort: Berlin
Eine Welt ohne Strom ist für die meisten von uns kaum vorstellbar. Zu lange ist es her, dass Dunkelheit den Alltag bestimmte und Licht nicht selbstverständlich war. Als im Januar 2026 in mehreren Berliner Bezirken für einige Tage der Strom ausfällt, verändert sich die Stadt schlagartig.
Diese Serie ist eine fotografische Annäherung an diesen Ausnahmezustand – zwischen Dunkelheit, Stille und dem leisen Weiterfunktionieren einer Stadt.
Fotografieren in der Dunkelheit
Bei meinen nächtlichen Streifzügen durch die betroffenen Viertel stellt sich eine seltsame Mischung aus Faszination, Respekt vor der Lage und einer ungewohnten Ruhe ein. Die Straßen sind beinahe menschenleer, Bewegungen wirken verlangsamt. Unterwegs sind vor allem Feuerwehr, Krankenwagen, Polizei, THW und Netzbetreiber – sichtbar, konzentriert, funktionierend, während der Rest der Stadt innehält.
Zeichen von Leben
Ich gehe an Fassaden vorbei, die schwarz und still wirken, als wären sie verlassen. Und dann: eine Kerze im Fenster. Zitternd, golden, fast unscheinbar – und doch unübersehbar. Wo eine Flamme brennt, ist jemand. Menschliche Gegenwart, verdichtet auf ein Licht. Ein stilles Zeichen: Hier lebt jemand. Hier wird ausgehalten.
Ein anderes Gesicht von Berlin
In den Vierteln mit Strom fällt mir erst jetzt auf, wie viel eigentlich ständig leuchtet: Ampeln, Schaufenster, Weihnachtsdekorationen, Alarmanlagen, Displays. Der Stromausfall macht sichtbar, was sonst unsichtbar bleibt – nicht nur fotografisch, sondern auch im Bewusstsein.
Wenn das Licht zurückkehrt
Meine nächtlichen Streifzüge neigen sich dem Ende zu. Der Strom soll bald wieder da sein. Erleichterung liegt in der Luft. Alles kann zurück in den Alltag, in die Normalität.
Doch das Gefühl, eine Stadt ohne Strom erlebt zu haben, bleibt. Der Mangel hat vieles sichtbar gemacht: Abhängigkeiten, Routinen, aber auch die stille Stärke des Funktionierens. Diese Serie ist kein Bericht über Technik – sondern über Wahrnehmung. Über das, was sichtbar wird, wenn Licht fehlt.
Hinweis für Redaktionen
Diese fotografische Serie entstand während des Stromausfalls in Berlin im Januar 2026. Die Bilder stehen für redaktionelle Veröffentlichungen in Print- und Online-Medien zur Verfügung. Bei Interesse an einer Nutzung freue ich mich über eine Anfrage.
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